Toller 3:0-Sieg gegen Spitzenreiter Viktoria Köln

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(rb) Überraschung geglückt: Die SG 09 verabschiedet sich mit einem souveränen 3:0-Heimsieg gegen Spitzenreiter Viktoria Köln in die wohlverdiente Winterpause. Mit einer starken Leistung konnte das Team um Trainer Farat Toku drei ganz wichtige Zähler im Abstiegskampf einsammeln und steht nach einem Doppelpack von Lex-Tyger Lobinger und einem Elfmetertor von Kapitän Nico Buckmaier vor 365 Zuschauern weiterhin „über dem Strich“.

Wie schon im Hinspiel zeigten die Schwarz-Weißen gegen Viktoria erneut eine couragierte Leistung und konnten sich diesmal auch in der Offensive belohnen. Nach verhaltenem Beginn beider Teams fanden die Wattenscheider mit zunehmender Spieldauer immer besser in die Partie und setzen den Tabellenführer der Regionalliga West dabei schon früh unter Druck.Im Sturm probierte es Trainer Farat Toku diesmal mit einer Doppelspitze. Lex Lobinger bekam das Vertrauen ausgesprochen und stellte im Zusammenspiel mit Emre Yesilova die Viktoria-Defensive immer wieder vor einige Problem. Während Yesilova in der 13. Minute nach einem schönen Solo noch geblockt werden konnte, fehlten Lobinger bei seiner Direktabnahme in der 30. Minute nur wenige Zentimeter zum Erfolg.
Wenn dagegen Viktoria im ersten Durchgang mal gefährlich vors Tor der SG 09 kam, dann meistens über ihren 10er Felix Backszat. Die gefährlichste Chance der Gäste konnte jedoch Jeffrey Obst in der 41. Minute bereinigen, als er eine Direktabnahme von Backszat noch von der Linie kratzen konnte. Steffen Scharbaum, der den an einer Grippe erkrankten Edin Sancaktar diesmal im Tor vertrat, wäre da wohl machtlos gewesen.
Mit einem torlosen Unentschieden ging es folgerichtig in die Pause. In dieser schien Farat Toku dann offenbar genau die richtigen Worte gefunden zu haben, denn auch nach dem Seitenwechsel spielten die 09er weiter selbstbewusst nach vorne und wurden schließlich belohnt: Nach einem Blitzstart schaltete Lobinger im Kölner Strafraum am schnellsten, und drückte den Ball in der 47. Spielminute zum viel umjubelten 1:0 über die Linie.
Wer nun aber dachte, dass Viktoria Köln die passende Antwort liefern würde, der sah sich schnell getäuscht. Auch nach der Führung spielte die SG 09 weiter mutig und erarbeitete sich zahlreiche Chancen für den zweiten Treffer. Als dann in der 60. Spielminute Emre Yesilova vom bereits mit Gelb verwarnten Daniel Reiche wüst zu Fall gebracht wird, griff Schiedsrichter Nico Fuchs erst in die Brusttasche und zeigte anschließend auch auf den Punkt. Zu diesem Zeitpunkt die Riesenchance nachzulegen.

 

Und Kapitän Nico Buckmaier gab sich keine Blöße, mit einem strammen Flachschuss seinen 6. Saisontreffer zu markieren. Viktoria-Keeper Sebastian Patzler war zwar noch in der richtigen Ecke, aber den sehr gut platzierten Ball konnte er nicht mehr parieren. Auch in der Folge spielte sich die SG 09 in einen wahren Rausch. Man merkte dem Team richtig an, wie die Last der letzten, harten Wochen innerhalb eines Spiels abfiel. Während Patzler nach 65. Minuten noch einmal Sieger gegen Lobinger blieb, war er in der 81. Minute erneut machtlos. Nach einem feinen Solo gelingt Lex-Tyger der „Tunnel“ gegen den Viktoria-Schlussmann. Der Rest ist grenzenloser Jubel aus Sicht der 09er.
Mit diesem Sieg klettert unsere Mannschaft zunächst auf den 12. Platz in der Tabelle der Regionalliga West und überwintert nun mit sechs Punkten Vorsprung auf den ersten möglichen Abstiegsrang. Balsam für alle 09er, nach einer intensiven und turbulenten Hinrunde…

 

Mannschaftsaufstellung: Scharbaum; Schneider, Lach (78. Korczowski), Obst, Tietz; Canbulut, Corboz, Buckmaier, Abdat, Lobinger (86. van Santen), Yesilova (73. Dias)

Tore:
1:0 Lex Lobinger (47.)
2:0 Nico Buckmaier (63., FE)
3:0 Lex Lobinger (82.)
Gelb/Rote-Karte:
Daniel Reiche (61., Viktoria Köln)

Schiedsrichter: Nico Fuchs (Dürscheid)

Zuschauer: 365

Kommentar von Patrick Glöckner (Trainer Viktoria Köln):

„Erstmal Glückwunsch nach Wattenscheid. Ja, es ist ein Stück weit so, dass wir vom Kopf her schon im Weihnachtsurlaub gewesen sind. Es ist leider Fakt, dass wir in der Zweikampfführung einfach nicht präsent genug waren. Wattenscheid hat das besser gemacht und war von Beginn an voll da. Man hatte das Gefühl, dass sie unbedingt gewinnen wollten. Bei uns war es eher ein abwartendes Spiel, von wegen: Wir schauen erst einmal was dann auf uns zu kommt. Aber so kann und darf man kein Spiel angehen. Die erste Halbzeit geht dabei noch einigermaßen in Ordnung, wo wir auch die ein oder andere Möglichkeit gehabt haben. Wenn ich mir die Tore so ansehe, muss ich auch sagen, dass wir sie uns ein Stück weit selbst eingeschenkt haben. Mehr gibt es dazu eigentlich von meiner Seite aus auch gar nicht zu sagen.“

Kommentar von Farat Toku:

„Erst einmal Danke für die Glückwunsche. Sonst muss ich das immer machen, daher tut es auch mal ganz gut, selbst welche zu bekommen. Man hat diesmal von Anfang an gemerkt, dass wir in vielen Belangen besser waren als Viktoria. Es musste einfach alles funktionieren, damit wir eine Chance haben sie zu schlagen. Wir wussten natürlich um die hohe, individuelle Qualität, die sie mitbringen und mit der sie in jeder Szene normalerweise auch ein Spiel entscheiden können. Wir haben uns daher bewusst für eine offensivere Variante entscheiden – das ging zum Glück auch auf. Aber ich kann die ganzen Komplimente nur an meine Jungs weitergeben. Wer weiß, was möglich gewesen wäre, wenn wir ein bisschen mehr Ruhe in der Hinrunde gehabt hätten. Das macht einen persönlich schon etwas traurig und auch sehr nachdenklich. Umso mehr freue ich mich natürlich, dass wir jetzt endlich Winterpause haben. Ich wünsche allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir müssen uns jetzt in der Pause Gedanken machen wie es weitergeht, und dann sehen wir uns alle wieder – oder auch nicht.“