Die SG 09 nimmt die vorletzte Hürde auf dem Weg zur Titelverteidigung im Kreispokal souverän. Nach einem 1:9 (0:6) beim VfB Günnigfeld stehen die 09er im Finale.
Der Pokal schreibt bekanntlich so einige Geschichten. Eine davon – so schön sie auch gewesen wäre – kam erst gar nicht zustande. Ex-Cheftrainer Christopher Pache schnürt seit einiger Zeit in Günnigfeld seine Fußballschuhe. Das mögliche Duell gegen seinen ehemaligen Verein war wegen einer Rotsperre jedoch nicht möglich. Eine umso erfreulichere Nachricht gab es für Nico Buckmaier: Der Mittelfeldspieler stand in der Startelf und überholte damit Uwe Tschiskale im Ranking der meisten Pflichtspiele im schwarz-weißen Trikot.
Auf dem neuen Kunstrasen der Günnigfelder traten die 09er dominant auf und sorgten früh für Tatsachen. Bereits nach drei Minuten servierte Buckmaier eine Ecke punktgenau auf den Kopf von Thaqi, der sein erstes Pflichtspieltor für die SGW erzielte. Nur zwei Minuten später prüfte Uzunbas mit einem Flachschuss den Günnigfelder Schlussmann Emberger, der sicher zupacken konnte. Janns Kopfball aus kurzer Distanz wurde im letzten Moment geblockt (9.), das vermeintliche 2:0 von Anan fand wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung (11.). Nach einer knappen Viertelstunde war es dann aber so weit: Anan legte nach einer schönen Ballstafette zu Hacioglu quer, der flach ins lange Eck vollendete (13.). Der VfB hielt in der Anfangsphase gut dagegen und hatte plötzlich die XXL-Chance zum Abschlusstreffer auf dem Fuß: Nach einem Fehlpass im Mittelfeld wurde Marvin Pancke mit einem Flachpass auf die Reise geschickt, frei vor dem Tor legte er den Ball jedoch knapp links am Pfosten vorbei (15.). Fast im direkten Gegenzug war es wieder Anan, der dieses Mal Uzunbas in Szene setze – der blieb eiskalt und erhöhte auf 0:3 (16.).
Danach gönnte sich die Partie, nach der munteren Anfangsphase, etwas Ruhe, als Jann den VfB-Keeper nach einem Solo aus kurzer Distanz zu einer Glanzparade zwang, waren bereits 38 Minuten gespielt. In der darauffolgenden Szene lud die Hintermannschaft des A-Ligisten 09 aber zum nächsten Tor ein: ein Fehlpass im Aufbauspiel landete bei Jann, der legte im Strafraum quer zu Uzunbas – 0:4 (39.). Kurz darauf ging Anan gegen mehrere Spieler ins Dribbling und schaffte es, den Ball aus spitzem Winkel per Flachschuss im langen Eck unterzubringen (42.). Mit dem Halbzeitpfiff machte Uzunbas das halbe Dutzend voll: Bei einem Buckmaier-Freistoß aus guter Position rechnete die Hintermannschaft mit einem direkten Abschluss, der Kapitän steckte jedoch flach und durchaus überraschend zu Uzunbas durch, der frei vor dem Tor nur noch einschieben musste. (45.)
Zur zweiten Halbzeit wurden weitere Pokalgeschichten geschrieben. Nico Pulver kam ins Spiel und absolvierte erstmals eine gesamte Halbzeit für die SGW. Außerdem gab U19-Spieler Abdulrahmann Muhammad Ali sein Debüt in der ersten Mannschaft. Jann hatte nach wenigen gespielten Minuten das nächste Tor auf dem Fuß, verfehlte das linke untere Eck aber knapp (53.). Dafür schrieben die Gastgeber ihr eigenes kleines Pokalmärchen: Nach einer schönen Flanke kam May im Strafraum zum Kopfball, brachte den Ball im Netz unter und sorgte für kollektiven Jubel beim Kreisligisten (56.).
Dieser hätte wenig später sogar noch größer ausfallen können, als Marlon Pancke plötzlich beim Konter sehr viel Wiese vor sich hatte, den Ball im Strafraum letztlich aber vertändelte (63.). Stattdessen jubelte 09: Nach einer Freistoßflanke aus dem Halbfeld scheiterte Jann zunächst am Torwart, Muhammad Ali stand jedoch goldrichtig und staubte zum ersten Tor im ersten Pflichtspiel ab (72.).
Das Spiel plätscherte in der Folge im einsetzenden Regen teilweise dahin, zwischenzeitlich ließ Wattenscheid aber die individuelle Klasse aufblitzen: Einen tollen Buckmaier-Pass brachte Renke sehenswert per Lupfer im Tor unter (81.). Das letzte Tor des Spiels fiel erneut mit dem Abpfiff: Jann setzte den Schlusspunkt zum 1:9. (90.)
Die SGW steht damit im Finale des Kreispokals und hat am 14.05. um 17 Uhr die Chance zur Titelverteidigung. Gegner auf der Sportanlage an der Glücksburger Straße ist der Westfalenligist Concordia Wiemelhausen.
SGW: Rexhäuser – Ould Seltana (46. Pulver) – Kacmaz (46. Muhammad Ali) – Anan- Jann – Buckmaier – Hacioglu – Kegel – Thaqi (64. Renke) – Uzunbas (76. Firat) – Duran (56. Lewicki)