Emre Yesilova mit 1. Saisontor beim 1:1 in Wiedenbrück

B_auswaerts_Wiedenbrueck

In der 65. Minute war der Bann endlich gebrochen. Nach einer strammen Flanke von Kapitän Nico Buckmaier nickte Emre Yesilova aus vollem Lauf den Ball entgegen der Laufrichtung von SCW-Keeper Hölscher zum umjubelten 1:1 ein. Es war das 1. Saisontor für unsere Nummer #27, wobei er bereits in den vergangenen Wochen und auch heute in der 1. Halbzeit hätte treffen können, doch es sollte noch nicht sein. Dank des Treffers des 24-jährigen konnte die SG 09 zumindest einen Punkt mit aus Wiedenbrück nehmen und verhinderte dadurch die dritte Niederlage in Folge.

Der SC Wiedenbrück zeigte insbesondere in den ersten 45 Minuten warum praktisch jeder Trainer in der Regionalliga West von einem unangenehmen Gegner spricht. Sehr lauf- und zweikampfstark, schnell im Umschaltspiel und vor allem gefährlich bei Standardsituationen zeigte sich die Mannschaft von Cheftrainer Björn Mehnert. Bereits in der Anfangsphase musste unser Coach Farat Toku verletzungsbedingt wechseln, da Noah Korczowski mit einer Muskelverletzung an der Hüfte ausschied. Für ihn rückte Frederik Lach in der 9. Spielminute in die Dreierkette.

Die 09er kamen nicht gut in das Spiel hinein und hatten Schwierigkeiten im Spielaufbau, so dass Wiedenbrück nach knapp einer Viertelstunde die erste große Torchance bekam. Daniel Brinkmann scheiterte frei vor Edin Sancaktar, der zuvor einen Befreiungsschlag nicht weit genug weg bekam, und den Abpraller legte David Loheider per Fallrückzieher über das 09-Gehäuse. (17.)

Drei Minuten später die erste gute Tormöglichkeit für Emre Yesilova. Nach einem Einwurf im Mittelfeld wechselte Nico Buckmaier clever die Seite und bediente Julijan Popovic, der wiederum steil auf Emre passte, doch dessen Schuss aus zwölf Metern flog einen Meter über das Tor. (20.) In der 26. Minute ging der Gastgeber in Führung. Tristan Duschke köpfte eine Ecke von Daniel Brinkmann ungehindert zum 1:0 ein.

Die Nullneuner hatten nicht viele Offensivaktionen in der 1. Halbzeit, aber die hatten es in sich. So setzte Mael Corboz Emre Yesilova mit einem Heber hinter die Viererkette in Szene, doch sein Abschluss in zentraler Position aus 15 Metern war zu zentral und so konnte Hölscher mit einer Fußabwehr parieren. (34.) Drei Minuten vor der Pause die dritte Chance für Emre Yesilova. Nach einer Hereingabe von Julijan Popovic zwischen die beiden Innenverteidiger kam der Stürmer aus elf Metern frei zum Kopfball, allerdings flog der Ball zwei Meter über das Tor. (42.)

Trotz der guten Gelegenheiten der Sportgemeinschaft ging die Halbzeitführung für den SC Wiedenbrück durchaus in Ordnung und auch zu Beginn der 2. Halbzeit bereitete die Spielweise der Gastgeber den 09ern Probleme. Patrick Schikowski zielte aus 09-Sicht glücklicherweise gleich zweimal deutlich zu hoch und ließ somit die Vorentscheidung liegen. (48./52.) Mit der Einwechslung von Tyger Lobinger und einer taktischen Umstelleung kam deutlich Schwung in die 09-Offensive und einige Minuten später gelang der Ausgleich. (65.)

Nun hatte die Sportgemeinschaft Überwasser und Kapitän Nico Buckmaier hatte nur zwei Minuten später den Führungstreffer auf dem Fuß. Nach einer schönen Kombination über Tyger Lobinger und Berkant Canbulut kam „Bucki“ von der Strafraumgrenze freistehend zum Abschluss, doch er bekam nicht genügend Druck auf den Ball und so konnte Hölscher problemlos diese Möglichkeit entschärfen. (66.) Weitere drei Minuten später setzte sich Herve Unzola auf der linken Seite durch, seine Flanke nahm Berkant Canbulut mit der Brust an und zog mit links volley ab, doch der Ball strich Zentimeter am Pfosten vorbei. (69.)

In den letzten zwanzig Minuten wollten beide Teams noch den Siegtreffer erzielen, doch richtig gefährlich wurde es vor beiden Toren nicht mehr. Somit blieb es beim letztlich leistungsgerechten 1:1-Unentschieden.

Mannschaftsaufstellung: Sancaktar; Korczowski (9. Lach), Tietz, Schneider; Popovic, Corboz, Tunga Malanda (60. Lobinger), Unzola; Canbulut (88. Dias), Buckmaier; Yesilova

Tore:
1:0 Tristan Duschke (26.)
1:1 Emre Yesilova (65.)

Schiedsrichter: Dominik Jolk

Zuschauer: 610

Kommentar von Farat Toku: „Ich habe nach dem Spiel gemischte Gefühle. In der 1. Halbzeit war Wiedenbrück sehr griffig, sehr zweikampfstark, sehr aggresiv und einen Tick besser. Natürlich ärgert mich das Gegentor nach einer Ecke. Es war jetzt das dritte von vier Gegentoren, das wir durch eine Standardsituation kassieren. Trotzdem hatten wir in der ersten Halbzeit drei richtig gute Torchancen, wovon wir mindestens eine machen müssen. In der 2. Halbzeit waren wir besser drin und nach dem Ausgleich hatten wir zwei Großchancen, das Spiel noch für uns zu entscheiden. Wir wissen, wie schwierig es hier in Wiedenbrück ist etwas mitzunehmen und wir sind mit dem Punkt auch zufrieden, doch letztlich war sogar mehr drin.“

Kommentar von Björn Mehnert: „Ich bin natürlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Wir sind sehr gut in die Partie gekommen und haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Nach der Halbzeit hatten wir zwei Chancen, die man einfach machen muss, um das Spiel für sich zu entscheiden. Nach dem 1:1 war es ein Spiel mit offenem Visier. Das Gegentor war eine Kopie von mehreren Gegentoren in dieser Saison. Das müssen wir unbedingt abstellen, sonst gewinnst du in dieser Liga kein Spiel.“