1:0 gegen die Alemannia – starker Sieg in der letzten Minute

Maske_aachen

Fotos: Maik Matheus

Wie groß war die Freude, als in der 1. Minute der Nachspielzeit der eingewechselte Sebastian van Santen den längst überfälligen, aber nicht mehr für möglich gehaltenen, Siegtreffer erzielen konnte? Kollektiver Freudentaumel auf und neben dem Platz. 

Nicht wenige hatten sich wohl schon mit dem 0:0 abgefunden. Die gelb-rote Karte für Cellou Diallo bedeutete für das Toku-Team lange 35 Minuten in Unterzahl gegen die favorisierten Alemannen. Davon war aber kaum etwas zu spüren, weil das Kollektiv stimmte und die Einwechslungen (Buckmaier, Obst, van Santen) allesamt frischen Schwung brachten. Am Ende hatte sich die Mannschaft dann selbst belohnt und feierte einen bemerkenswerten und verdienten Heimsieg.

 

Aber von Anfang an:

Das Spiel startete mit einer 15-minütigen Verspätung da es einen Kassensturm von Aachen-Fans gab, wobei auch einer unserer Ordner verletzt wurde. Die Alemannia hat zu diesem Vorfall bereits Stellung bezogen:

„Das Auswärtsspiel gegen SG Wattenscheid 09 wurde am Samstag von Vorkommnissen überschattet. Im Zuge der Einlasskontrollen wurden leider ein Ordner und mehrere Fans der Alemannia verletzt. Wir bedauern das Geschehene zutiefst und wünschen allen Betroffenen baldige Genesung. Als Verein nehmen wir die Situation sehr ernst und werden mit allen Beteiligten das Gespräch suchen, um die Situation in aller Gründlichkeit aufzuklären.“

Natürlich wünschen auch wir allen Betroffenen baldige Genesung.

Von Anfang an waren die 09er bissig und gewannen viele Zweikämpfe. In der 17.Min. dann ein toller Konter über Cellou Diallo, der mustergültig auf den ehemaligen Aachener Emre Yesilova spielte. Dieser nutzte seine Geschwindigkeit und traf dann aber freistehend nur den Außenpfosten. Den hatte vermutlich jeder im Stadion schon im Tor gesehen. Es sollte nicht die einzige Großchance bleiben.
Aber auch die Aachener waren nicht ungefährlich. In der 21. Min. konnte Matti Fiedler einen Freistoß vom ehemaligen Wattenscheider Manuel Glowacz nicht verwerten, indem er den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig traf. Nur zwei Minuten (23.) später dann wieder eine Riesenmöglichkeit für die 09er: Mael Corboz drang in den Strafraum ein und spielte den Ball im 16er quer. Berkant Canbulut brachte den Ball im Gewühl auf den Kasten, aber ein Aachener Verteidiger klärte in höchster Not auf der Linie.
Nun waren die Aachener wieder am Zug. Ein Lattentreffer von Blendi Idrizi, der aus 20 Metern mal abzog, ließ die Zuschauer aufraunen. Kurz vor der Pause waren es aber wieder die Schwarzweißen: Eine scharfe Hereingabe traf Emre Yesilova nicht richtig und der Ball ging am Tor vorbei. Der starke Cellou Diallo sah im Anschluss eine gelbe Karte nach einem Foulspiel, die sich noch als folgenschwer erweisen sollte.

Nach dem Pausentee ging es munter weiter. Bereits in der 50. Min. stand plötzlich Emre Yesilova frei vor dem Kasten und schoss Torwart Daniel Zeaiter an. Es war zum verzweifeln. Nur 5 Min. später sah Cellou Diallo dann die gelb-rote Karte nach einem Foulspiel. Nicht wenige sahen in dem Moment die Früchte eines tollen Spiels seitens der 09er schwinden, aber weit gefehlt. Die Mannschaft dachte gar nicht daran, sich hinten reinzustellen und griff weiter an. Die Aachener witterten dennoch ihre Chance und konterten gefährlich. Boele Imbogo scheiterte nach einer Hereingabe, ähnlich wie zuvor Emre Yesilova.

Der schoss in der 78. Min. aus 17m knapp am Tor vorbei. Ein gutes Spiel gegen seinen alten Club. Es fehlte einfach das Tor. Danach nahm ihn Farat Toku raus und wechselte Sebastian van Santen (80.) ein.  Nicolas Abdat, der diese Woche seinen Geburtstag feierte, schoss im Anschluss trocken auf das Aachener Gehäuse, scheiterte aber ebenfalls an Zeaiter. Auch er zeigte eine gute Partie und wurde dann gegen Jeffrey Obst ausgewechselt. Frischen Wind sollte auch Nico Buckmaier bringen, der unter der Woche kränkelte und so nicht jede Trainingseinheit mitmachen konnte. Er kam für Berkant Canbulut.

Dann die entscheidende Szene in der 1. Minute der Nachspielzeit, als Sebastian van Santen nach einen abgefangenen Ball sah, dass der Keeper nicht gut stand und aus 40m den Ball versenkte. Danach war es kollektiver Freudentaumel.

 

Mannschaftsaufstellung: Sancaktar; Popovic, Korczowski, Schneider, Unzola; Tietz, Corboz; Diallo, Canbulut (74. Buckmaier), Abdat (87. Obst), Yesilova (80. van Santen)

Tor:  1:0 Sebastian van Santen (90. + 1.)

Schiedsrichter: Alexander Schuh

Zuschauer: 794

Besonderes Vorkommnis: Gelb-rote Karte für Cellou Diallo (55.)