Das schwarz-weiße Brett: Wirtschaltliche Lage und Insolvenzverfahren

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Im Interview:

Vorstandsvorsitzender

Christian Fischer

Wie ist der aktuelle Stand beim Insolvenzverfahren?

Wir haben der Insolvenzverwalterin in der vergangenen Woche die letzten aktualisierten Planzahlen zur Einreichung beim Amtsgericht übergeben. Diese Zahlen basieren auf derzeitigen Ertrags- und Kostenplanungen. Sie sind von der Verwalterin auf Plausibilität und Realität geprüft und für zukunftsfähig eingestuft worden. Es gibt auch schon einen Termin zur richterlichen Stellungnahme und damit zur „neutralen“ Beurteilung des Zahlenwerks. Wenn alles gut läuft, können wir wohl spätestens im August das Planverfahren erfolgreich abschließen. Dann wäre die SG 09 wieder vollkommen selbständig!

Inwieweit hat Corona eure betriebswirtschaftlichen Planungen beeinflusst?

Corona hat uns zumindest viel Zeit gekostet! Alle Berechnungen waren logischer Weise auf den Saisonstart am 1. Juli ausgerichtet, und dann kam diese Pandemie. Damit stellten sich für uns ganz neue Fragen: Bleiben uns beispielsweise die Sponsoren mit gleichen, vertraglich ja zum 1. Juli zugesagten Geldern erhalten, oder aber gelingt es uns, gerade vor dem Hintergrund dieser Krise, neue Sponsoren zu finden? Und wie beurteilt schließlich unsere Insolvenzverwalterin die betriebswirtschaftliche Perspektive des Vereins bei dieser neuen Sachlage? Heute können wir glücklich nach vorn schauen. In dieser Phase einen neuen Hauptsponsor und trotz aller Widrigkeiten weitere Unterstützer gefunden zu haben, ist ein toller Erfolg.

Welche sind die nächsten anstehenden Aufgaben im Verantwortungsbereich Finanzen?

Verlassen wir die Insolvenz, braucht der Verein gesicherte, betriebswirtschaftliche Strukturen. Dazu gehören sowohl Systeme, die effizientes Controlling in jeder Hinsicht ermöglichen, als auch einen kompetenten Finanzdienstleister, der uns bei den anstehenden Aufgaben unterstützt. Die Sicherstellung des „Vier-Augen-Prinzips“ bei laufenden finanzwirtschaftlichen Transaktionen, wie zum Beispiel Verträgen, halte ich zudem für unabdingbar. Christian Pozo y Tamayo und ich haben zu Beginn der Insolvenz einen Leitsatz formuliert: Die Jugendabteilung soll nie mehr vom Wohl der 1. Mannschaft abhängen. Das verlangt eigenständige, betriebswirtschaftliche Planungen. So, wie im übrigen bereits im Planverfahren berücksichtigt. Schließlich ist die Wiedererlangung des Gemeinnützigkeitsstatus zumindest für den Jugendbereich von zentraler Bedeutung und deshalb mein Metier. 

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